Evangelisch-Lutherische Philippusgemeinde Gifhorn

Der Altarraum in St. Philippus
Der Altarraum in St. Philippus

Trauung

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Trauen Sie sich – Die kirchliche Trauung
Heiraten in der alten Bäckerei

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch, dass Sie sich für diesen Schritt entschieden haben! Im Vorfeld der Hochzeit gibt es viel zu bedenken: Einladungen verschicken, eine Möglichkeit für die Hochzeitsfeier finden, Termin der Standesamtlichen Eheschließung und vieles mehr. Wir haben hier für Sie einige wichtige Informationen zusammengetragen, die Ihnen unter A erläutern, worum es inhaltlich bei der kirchlichen Trauung geht, und unter B Ihnen erklären, welche konkreten Schritte Sie einleiten müssen. Gerne stehen wir Ihnen auch persönlich mit Rat und Tat zur Seite. Wenden Sie sich doch bitte an das Pfarramt.

A) Die Ehe - Von Gott gewollt

Was die Bibel sagt!

Schon gleich zu Beginn der Bibel finden sich zentrale Aussagen über die Ehe, wie wir in 1. Mose 2,24 nachlesen können: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.“ Wichtig sind die Wörter: verlassen, anhangen, ein Fleisch sein. Mit der Ehe zwischen Mann und Frau beginnt etwas Neues. Sowohl der Mann als auch die Frau werden aus dem alten Familienverbund herausgelöst. Dies heißt nun nicht, dass die Eltern keine Rolle mehr im Leben spielen dürfen. Dennoch müssen Eltern und Kinder lernen loszulassen. Die Eltern müssen dem jungen Paar Zeit geben sich zu finden, spätestens dann deren Selbständigkeit bejahen und sie ihren gemeinsamen Weg in Verantwortung gehen lassen. Dennoch werden sich wohl manche Paare freuen, wenn die Eltern sie weiter begleiten durch Gebet, Gesprächsangebote und praktische Hilfe. Gleichzeitig werden Mann und Frau aneinander gewiesen: Sie sollen in allen Lebenssituationen aneinander hängen. Ein Ausdruck für diese tiefe Verbindung findet sich in der ehelichen Sexualität – sie werden ein Fleisch sein. Diese tiefste und engste Gemeinschaft soll ausschließlich mit dem von Gott geschenkten Ehepartner erlebt werden. So ist die Ehe zwischen Mann und Frau angelegt. Ausschließlich die Ehe zwischen Mann und Frau entspricht dem Willen Gottes und wird von ihm gesegnet. Wenn Sie eine Bibel zur Hand haben, lesen sie die anderen Bibelstellen, die auch im Traugottesdienst verlesen werden (1. Mose 2,18, 1. Mose 27-28a, Matthäus 19,4-6, Epheser 5,21-30, Kolosser 3,12-17).

Die Ehe – Beziehung auf Dauer!

Mit der Ehe legen sich Mann und Frau fest ausschließlich mit diesem Mann, ausschließlich mit dieser Frau, die Abenteuer des Lebens gemeinsam meistern zu wollen. Dies ist kein Grund „kalte Füße zu kriegen.“ Ganz im Gegenteil! Denn dem verbindlichen und geordneten Miteinander von Mann und Frau in der Ehe hat Gott seinen Segen verheißen. Im Traugottesdienst mit den Eltern, Verwandten, Freunden und der Gemeinde wird einerseits um Gottes Segen gebeten andererseits dann aber auch dem Brautpaar unter Handauflegung durch den Pfarrer zugesprochen. Gott gibt seine Zusage in guten und in schlechten Zeiten bei den Eheleuten zu sein, sie zu tragen, sie zu begleiten und sie zu schützen. Im Vertrauen darauf geben sich Mann und Frau das Versprechen, zusammenbleiben zu wollen, in Liebe füreinander da zu sein und einander zu helfen.

Das Trauversprechen!

Bei der standesamtlichen Eheschließung ist die Ehe rechtsgültig geschlossen worden. Was ist nun das Besondere vor dem Traualtar? Eine Ehe wird zu einer christlichen Ehe durch die Verkündigung von Gottes Wort in den Lesungen und in der Traupredigt, in der Bitte um Gottes Beistand und Begleitung und den Zuspruch seines Segens. Im festen Vertrauen auf Gottes Wort trauen sich die Braut und der Bräutigam zu sagen: „Ja, mit Gottes Hilfe.“

Gemeinsam die christliche Ehe gestalten!

Durch die kirchliche Trauung wird die Ehe zu einer christlichen. Dieser christliche Beginn des gemeinsamen Weges soll seinen Ausdruck auch im alltäglichen Leben der Eheleute finden. Neben gemeinsamen Gesprächen, Treffen mit Freunden und Eltern, Ausflügen, die Berufstätigkeit und anderen Dingen, die das gemeinsame Leben prägen werden, soll auch der christliche Glaube ein wesentlicher Bestandteil des Alltags sein. So können beide den Tag gemeinsam mit einem Bibelwort und einem Gebet beginnen und abends in gleicherweise den Tag beschließen. So nehmen sie sich nicht nur Zeit für Gott, sondern können im Anschluss daran auch miteinander ins Gespräch über den Tag, die Sorgen und Freuden kommen. Zudem kann das Tischgebet vor und nach dem Essen ein weiteres Element sein, gemeinsam seine Ehe christlich zu gestalten. Wenn sie Hilfe oder Anregungen brauchen, wenden Sie sich bitte an Pfarrer Bergmann.

B) Sich trauen lassen – die nächsten Schritte

Wo melden wir die kirchliche Trauung an?

Bitte wenden Sie sich in allen Fragen an das Pfarramt.

Es ist wichtig, sich so früh wie möglich mit Pfarrer Bergmann in Verbindung zu setzen, damit Termine für das Traugespräch zwischen Brautpaar und Pfarrer und die kirchliche Trauung vereinbart werden können.

Was erwartet uns beim Traugespräch mit dem Pfarrer?

Pfarrer Bergmann und das Brautpaar wollen in angenehmer Atmosphäre zunächst ins Gespräch kommen über die Vorstellung der gemeinsamen Zukunft und der Gestaltung des Zusammenlebens. Hierbei geht es nicht um Bevormundung, sondern um zu klären, ob beide in etwa auch ähnliche Vorstellungen vom gemeinsamen Leben haben. Ziel ist es, dass das Brautpaar miteinander ins Gespräch kommt und sich über die gemeinsame Zukunft Gedanken macht. Weiter soll gesprochen werden über Gottes Gebote und Verheißungen zur Ehe. In einem dritten und letzten Gesprächsgang wird der Traugottesdienst erläutert und organisatorisches geklärt.

Wieviel Zeit wird für ein Traugespräch benötigt und wie oft ist ein Treffen nötig?

Das Traugespräch findet im Pfarramt statt und dauert ca. eine Stunde. In der Regel findet nur ein einziges Traugespräch statt.

Können wir und/oder unsere Freunde den Traugottesdienst mitgestalten?

Ja, sehr gerne! Eine Mitwirkung durch die Brautleute und auch durch deren Freunde ist willkommen, etwa bei der Auswahl von christlichen Liedern, dem Trauspruch aus der Bibel, der die beiden durch das Leben begleitet, der musikalischen Ausgestaltung christlicher Prägung des Gottesdienstes.

Brauchen wir Trauzeugen?

Nein, Trauzeugen sind nicht erforderlich. Seit einiger Zeit sind Trauzeugen auch für die standesamtliche Eheschließung nicht mehr gefordert. Wenn aber Trauzeugen im Gottesdienst mitwirken sollen, wäre das Reichen der Ringe durch einen Trauzeugen oder eine Lesung aus der Bibel möglich. Sprechen Sie darüber mit Pfarrer Bergmann.

Können wir uns ausschließlich kirchlich trauen lassen?

Nein, das ist nicht möglich. Die Ehestandsgesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland fordert, dass die Ehe zunächst vor dem Standesamt rechtsgültig geschlossen wird. Machen Sie bitte rechtzeitig einen Termin im Standesamt in Gifhorn. Dort wird Ihnen auch mitgeteilt, welche Unterlagen Sie zur standesamtlichen Eheschließung mitbringen müssen. Nach der standesamtlichen Eheschließung erhalten Sie eine Bescheinung über die gültig geschlossene Ehe. Diese Bescheinigung bringen Sie bitte spätestens zur kirchlichen Trauung mit. Ohne diese Bescheinigung ist eine kirchliche Trauung leider nicht möglich. Eine kirchliche Trauung ist auch noch Jahre nach der standesamtlichen Eheschließung möglich.

Können wir uns trauen lassen, wenn einer von uns nicht zur Kirche gehört?

Bei der Eheschließung eines Christen mit einem Nichtchristen kann eine christliche Trauung nicht erfolgen. Jedoch kann an den Eheleuten im Zusammenhang mit einem Gemeindegottesdienst kirchlich gehandelt werden, wenn Sie das wünschen. Voraussetzung ist auch hier ein Gespräch mit dem Pfarrer. Das kirchliche Handeln im Gottesdienst umfasst dann Abkündigung, Anrede mit Gottes Wort, Fürbitte und Segenswunsch.

Können wir uns „ökumenisch“ trauen lassen?

Gehört ein Partner einer anderen christlichen Kirche als der lutherischen an, dann ist das kein Hindernis für eine Trauung. Die damit zusammenhängenden Fragen sind im Traugespräch zu klären und offen zu besprechen. So sehr unterschiedliche Konfessionszugehörigkeiten das Gespräch fördern kann, so leicht kann es auch zu Konflikten kommen. Besonders wenn Sie Kinder erwarten, sind Entscheidungen, bezüglich Taufe, Konfirmandenunterricht usw., nötig. Bei konfessionsverschiedenen Ehen ist folgendes zu bedenken: Die lutherische Kirche rät aus geistlicher Verantwortung von konfessionsverschiedenen Ehen ab, weil diese die tiefe Gemeinschaft der Eheleute im christlichen Glauben belasten oder behindern können (In welchen Gottesdienst gehen wir jetzt? In welcher Gemeinde engagieren wir uns?). Zudem gibt es im eigentlichen Sinn, keine „ökumenische Trauung“. Sie müssen sich in jedem Fall entscheiden, ob Sie evangelisch, evangelisch-lutherisch, römisch-katholisch, orthodox, getraut werden wollen. Die mögliche Mitwirkung eines Geistlichen aus einer anderen Konfession ändert an der grundsätzlichen Entscheidung, die Sie treffen müssen, nichts.

Können wir uns trauen lassen, wenn einer von uns geschieden ist?

Eine Trauung, wie bei der ersten Ehe ist nicht möglich. Denn auch heute ist die Ehe unter Christen auf Dauer angelegt. Gleichzeitig wissen wir um die Zerbrechlichkeit und Gefährdungen der Ehe. Manche gemeinsame Wege gehen auseinander, an deren Anfang Liebe und Zuneigung standen. Hierfür mögen äußere Lebensumstände oder eigenes Verschulden die Gründe sein. Vor einem „Gottesdienst zur Eheschließung“ ist dies auch als Schuld zu erkennen und im vorhergehenden Gespräch mit dem Pfarrer zu benennen. Der Gottesdienst zur Eheschließung ist dem Handeln in einer Trauung nicht gleichzusetzen. Sprechen Sie über den Ablauf und die Voraussetzungen mit Pfarrer Bergmann.

Wie lange dauert eine kirchliche Trauung?

Das hängt von der Gestaltung des Gottesdienstes ab. Gewöhnlich dauert ein Traugottesdienst zwischen 30 und 45 Minuten.

Wer schmückt die Kirche?

Die Kirche ist mit Blumen und Kerzen auf dem Altar geschmückt. Wenn Sie weiteren Blumenschmuck wünschen, müssen Sie oder Ihre Freunde sich darum kümmern. Sie können sich aber auch professionelle Hilfe aus Blumengeschäften holen.

Ehejubiläen

Sie sind 25 oder 50 Jahre verheiratet und möchten einen Dankgottesdienst in der Kirche feiern? Sehr gerne! Auch hierfür gibt es einen schönen Gottesdienstablauf. Setzen Sie sich mit Pfarrer Bergmann in Verbindung.